1) Die Kühlleistung des Kompressors muss den Spitzenlastbedarf der Kühlhausproduktionssaison decken, d. h. sie muss mindestens der mechanischen Last entsprechen. Bei der Kompressorauswahl wird üblicherweise die Kondensationstemperatur anhand der Kühlwassertemperatur (bzw. Lufttemperatur) in der wärmsten Jahreszeit bestimmt. Der Betriebszustand des Kompressors hängt dann von der Kondensations- und Verdampfungstemperatur ab. Die Spitzenlast der Kühlhausproduktion tritt jedoch nicht zwangsläufig in der wärmsten Jahreszeit auf. Im Herbst, Winter und Frühling ist die Kühlwassertemperatur (bzw. Lufttemperatur) relativ niedrig (mit Ausnahme von Tiefbrunnenwasser), wodurch die Kondensationstemperatur entsprechend sinkt. Die Kühlleistung des Kompressors kann dadurch reduziert werden. Daher sollte bei der Kompressorauswahl ein saisonaler Korrekturfaktor berücksichtigt werden.

2) Für kleinere Kühlhäuser, wie z. B. Kühlhäuser für den gewerblichen Bereich, kann ein einzelner Kompressor verwendet werden. Für Kühlhäuser und Gefrierräume mit hoher Kühlleistung sollten mindestens zwei Kompressoren eingesetzt werden. Die Gesamtkühlleistung muss den Produktionsanforderungen entsprechen; eine Reservekapazität wird in der Regel nicht berücksichtigt.
3) Es sollten nicht mehr als zwei Baureihen von Kältekompressoren vorhanden sein. Sind es nur zwei Kompressoren, sollten diese aus Gründen der einfacheren Steuerung, Verwaltung und des Austauschs von Ersatzteilen aus der gleichen Baureihe stammen.
4) Bei Kompressoren mit unterschiedlichen Verdampfungstemperatursystemen sollte auch die Möglichkeit der gegenseitigen Absicherung zwischen den Einheiten angemessen berücksichtigt werden.
5) Ist der Kompressor mit einer Energieregelung ausgestattet, lässt sich die Kühlleistung des einzelnen Geräts weitgehend anpassen. Dies eignet sich jedoch nur zur Anpassung von Lastschwankungen im laufenden Betrieb und nicht zur Kompensation saisonaler Laständerungen. Für die Anpassung an saisonale Lastschwankungen oder Produktionskapazitätsänderungen sollte eine separate Anlage mit der entsprechenden Kühlleistung konfiguriert werden, um eine bessere Energieeinsparung zu erzielen.
6) Um den Anforderungen des Produktionsprozesses gerecht zu werden, ist es häufig erforderlich, im Kältekreislauf eine niedrigere Verdampfungstemperatur zu erzielen. Zur Verbesserung des Gasdurchflusskoeffizienten und des Indikatorwirkungsgrades des Kompressors sowie zur Gewährleistung eines sicheren Betriebs sollte ein zweistufiger Kompressionskältekreislauf eingesetzt werden. Bei einem Druckverhältnis Pk/P0 von über 8 im Ammoniak-Kältesystem bzw. über 10 im Freon-System wird eine zweistufige Kompression verwendet.
7) Die Betriebsbedingungen des Kältemittelverdichters dürfen die vom Hersteller angegebenen Betriebsbedingungen oder die in der nationalen Norm festgelegten Betriebsbedingungen für den Verdichter nicht überschreiten.
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Veröffentlichungsdatum: 21. Februar 2023




